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Vorbereitung braucht man das?

 

Wir kennen es aus dem täglichen Leben.

Wenn man auf eine Reise geht, da muss man sich vorbereiten.

Es wird ein Reiseziel ausgesucht, der Flug und ein Hotel gebucht und die Koffer werden gepackt.

 

Selbst, wenn es keine Reise ist, so lassen sich viele Beispiele finden, in denen wir uns vorbereiten.

Sei es für einen Vortrag in der Firma oder für eine Prüfung in der Schule.

Selbst ein Elektriker, der nachts unverhofft zu einem Stromausfall gerufen wird und sich scheinbar nicht vorbereiten konnte, ist dennoch vorbereitet.

Er hat in seinem Auto die Werkzeugtasche dabei und in seinem Kopf das Wissen, das er in seiner Ausbildung und seinem Berufsleben erworben hat um dann vor Ort schnell den Fehler finden zu können.

Ohne Vorbereitung geht es also nicht.

 

Doch was hat dies mit dem Christentum zu tun?

 

Eine Bekannte hat in einem Gespräch einmal zu mir gesagt:

Dietmar, die Pfarrer haben die Aufgabe die Menschen für die Ewigkeit vorzubereiten.“

So direkt hat mir das noch keiner gesagt und ich habe da noch eine ganze Weile darüber nachgedacht.

Als ich im Kindergottesdienst angefangen habe, da hatte ich die Geschichte von Johannes und Petrus vor dem Hohen Rat vorzubereiten (Apostelgeschichte 4,1-31).

Als Einleitung zur Geschichte gab es eine Overheadfolie mit Verkehrszeichen.

So wie Verkehrszeichen auf etwas hinweisen, so weisen Christen auf Christus hin.

 

Viele Jahre später, bei meiner Ausbildung zum Prädikanten, wurde uns gesagt, dass wir den Menschen im Gottesdienst durch die Liturgie, die Lieder und Gebete, aber auch durch die Predigt eine Beziehung zu Gott eröffnen sollen.

 

Viele Menschen meinen, dass man andere vom Glauben überzeugen muss.

Auch ich habe lange Zeit geglaubt, dass ich in Gesprächen und Diskussionen Menschen überzeugen kann. Vielleicht ist es auch bei dem ein oder anderen möglich, aber ich denke es ist nicht Aufgabe der Christen und auch nicht Aufgabe eines Pfarrers oder aller derjenigen, die im Dienst der Verkündigung stehen, Menschen zu überzeugen.

Christen können ihren Mitmenschen nur den Weg aufzeigen, gehen muss ihn jeder selber.

 

Jesus hat dies in einem sehr guten Vergleich verdeutlicht, im Gleichnis vom Sämann und auch in seiner Auslegung dazu. (Lukas Evangelium 8,4-15)

 

Der Inhalt der Lehre Jesu war das Reich Gottes.

Für ihn war es kein Automatismus, dass jeder einfach automatisch in das Reich Gottes, in den Himmel, in die Gegenwart Gottes gelangt.

Er hat allen Menschen Gottes Reich angeboten, aber auch erklärt, dass man sich darauf vorbereiten muss und man nicht automatisch hineinkommt.

Johannes der Täufer sah seinen Dienst darin, die Menschen auf den kommenden Messias vorzubereiten.

Er rief Menschen zur Buße auf. Heute würden wir sagen zur Umkehr.

Er wollte, dass Menschen über ihr Leben nachdenken und sich von Dingen und Handlungen in ihrem Leben distanzieren, die ihnen den Weg zu Gott versperren.

Er wollte sie vorbereiten auf eine neue Beziehung zu Gott, auf die Begegnung mit Jesus.

Jesus hat in seinen Gleichnissen die Menschen, besonders die Pharisäer, immer wieder vor den Kopf gestoßen.

Er wollte Anstöße, zumindest Denkanstöße geben, damit Menschen über ihr Leben, über ihre Beziehung zu ihren Mitmenschen und über ihre Beziehung zu Gott nachdenken.

Mit seinen (Denk-)Anstößen hat Jesus sich nicht immer beliebt gemacht, sondern ist selber zum Stein des Anstoßes geworden.

 

Er hat daher nicht vergeblich gesagt: „wohl dem, der nicht Anstoß an mir nimmt.“ (Lukas Evangelium 7,23)

Es lässt sich aber auch anders übersetzen: „selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.“

 

So sehe ich auch meine Predigten und die drei Teile meiner Bibelkurse, die ich hier veröffentliche.

Es geht mir sehr wohl darum, auf Jesus Christus hinzuweisen, Menschen zum Nachdenken zu bringen und ihnen Denkanstöße zu geben.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass diese Denkanstöße für manche Menschen zum Anstoß werden und ich wünsche mir, dass Sie sich nicht darüber ärgern.

Ich bin mir auch darüber bewusst, dass ich trotz langem Studium der Schrift und Tätigkeit in der Verkündigung auch nur ein Mensch bin und daher Fehler mache.

So möge jeder selber für sich anhand der Bibel und eigener Recherchen die Richtigkeit meiner Auslegung nachprüfen.

 

Glauben ist etwas ganz persönliches und dazu gehört auch, dass man sich selber, ganz persönlich, damit auseinander setzt.

 

Ich möchte hier einen Anstoß dazu geben und die Bitte vieler Gottesdienstbesucher erfüllen, meine Predigten in Ruhe Zuhause auch einmal nachlesen zu können.

 

Dietmar Nickel